Sexismus

Willkommen PolospielerInnen!
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Jonas
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Re: Sexismus

Post by Jonas »

Sexismus am Court und Probleme im Umgang mit weniger fortgeschrittenen Spieler_innen fallen aber sicher in manchen Fällen zusammen oder?
aber es geht um verschiedene Probleme, Felix: Erstens die Rollenverteilung entlang von Geschlechtergrenzen (hier kann man evtl. argumentieren, dass das mit unterschiedlichem Fähigkeitslevel zu erklären ist. Diese Erklärung würde ich aber anzweifeln, da es selbst bei BPV Gegenbeispiele gibt und international sowieso.) und zweitens das Phänomen, dass FLINT* Personen oft sowieso ein niedrigeres Fähigkeitslevel zugeordnet wird bzw. auch oft ein niedrigeres Potential. Diese Zuordnung ist halt subjektiv und von dem Bild beeinflusst, dass "cis-typen" eh am Ende immer besser sind oder sein werden.

ansonsten was dominik sagt :lol:

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fausw
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Re: Sexismus

Post by fausw »

Wollte in keiner Weise etwas als lächerlich abtun, aber da sind wir schon bei dem Punkt, dass darüber wahrscheinlich besser geredet als geschrieben wird ;-)
Ich bin ernsthaft dafür, dieses Thema zu debattieren - das also bitte nicht falsch verstehen! Ich beteilige mich an dieser Diskussion mit meinem ganz persönlichen Gedanken, was meiner Ansicht nach das Beste ist, was ich tun kann.

Ich möchte nochmal meinen ursprünglichen Punkt aufnehmen:
Eine Person kann einer oder mehreren Gruppen zugeordnet werden - "FLINT*", "Rookie", "Advanced", "Männlich", "dick", "dünn", "motiviert", "geschickt", ...
Ich kann aus meiner Perspektive sagen, dass für mich die sportliche Einteilung beim Bikepolo am meisten zum Tragen kommt. Da BP viele verschiedene Aspekte der Körperlichkeit beinhaltet, spielt das Geschlecht sicher auch eine Rolle, aber klar, bei weitem nicht die Wichtigste. Also ja, ich "klassifiziere" meine MitspielerInnen - in Schnelle, Fehleranfällige, Motivierte und manchmal auch Deppate ;)
Das tue ich aus meiner Perspektive, also meiner Erwartungshaltung und meiner Vorstellung von Sport. Ich glaube, die meisten wissen, dass ich zum "auspowern" zum Polo komme und eigentlich immer 100% gebe - ich kann nicht anders; bin da wie ein Hund wenn ein Ball im Spiel ist. :mrgreen:
Das ganze Off-the-Court finde ich nett und passt für mich, steht für mich aber nicht im Fokus. Ich weiß vom Großteil der Menschen bei BPV nichtmal, was sie arbeiten, geschweige denn irgendwas anderes. Also: Ich komme zum Sport, will mich bewegen und im Bestfall gewinnen. Ich kann mir vorstellen, dass ich dabei manchmal jemandem auf die Füße trete. Shaki war die Einzige, die mir vor ca. 1-2 Jahren mal direktes Feedback gegeben hat, als ich mich aus ihrer Perspektive daneben benommen habe.
Lange Einleitung, aber jetzt komme ich zum eigentlichen Punkt: Ich würde mir wünschen, wenn wir eine sportliche Brille bei der Diskussion aufsetzen. Denn das sind wir: ein Sportverein! Wir können froh sein, eine so hohe Frauenquote zu haben (was eigentlich eher gegen das Sexismus-Problem im Verein spricht als dafür).

Was mir auch gerade noch kommt:
Kann es sein, dass sich die Gefühlswelt zu diesem Thema mit der ganzen "Fastgames-Diskussion" im letzten Sommer wieder etwas verschärft hat? Der Frauenanteil in der Fastgames-Gruppe ist deutlich niedriger als in Gesamt-BPV.

Was ich mir wünsche:
Konkrete Beispiele in der Diskussion. Also welche Situation wurde von wem als sexistisch empfunden? Wenn wir nur allgemein bleiben, drehen wir uns die nächsten Jahre im Kreis. Denn wie die Antworten auf den Ursprungspost zeigen, sind wir eh alle dagegen. Definieren wir Grenzen in dem wir die Situationen erörtern.
Sollte uns das nicht gelingen, muss ich meine weitere Teilnahme an der Diskussion leider aus Zeitgründen einstellen. Denn ich fühle mich grundsätzlich angesprochen, möchte aber genau wissen, was das Problem ist.

Johanna
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Re: Sexismus

Post by Johanna »

Ich versuche mal konkrete Vorfälle der letzten Monate zu dokumentieren und den ursprünglichen Sinn des Threads aufzunehmen:

1.) Turnier London: Mir ist mein Reifen geplatzt, nach dem Spiel komme ich raus, suche Schlauch und Werkzeug zusammen, sobald ich alles hatte wurde mir sofort ohne ein wort alles aus der hand genommen, inklusive rad und so schnell habe ich nicht schauen können, war der schlauch gewechselt und ich hab noch ungefragte tipps bekommen, wie ich meinen mantel runter und wieder rauf geben soll. Niemand kommt auf die idee zu fragen, ob hilfe überhaupt benötigt wird. das ist eine typische situation und ist nicht nur mir passiert.
(es gibt auch gegenbeispiele dazu, es gibt personen, die fragen ob hilfe benötigt wird, oder sofort und kommentarlos helfen, wenn sie gefragt werden und dabei nur dort helfen wozu sie gefragt wurden)

2.) Turnier Graz: Einer Spielerin werden speichen rausgeschossen, sie schafft es nicht sofort sie wegzubiegen, hat aber eh ihre teammates. Gegenspieler wirft dramatisch sein rad weg und kommt auf die spielerin zugelaufen. auf das "schleich dich" einer spielerin reagiert der typ batzig - danach verändert sich das spiel total und wird respektlos. (und überrachung, wir haben das mit den speichen allein gelöst)

3.) in nürnberg wurde mir erzählt, dass sie überlegt haben ein Turnier für FLINT* Personen zu machen, aber sie sind von der idee abgekommen, weil der Court zu groß ist.

4.) ebenso nürnberg: es wird ein reff gesucht, ein typen sagen einfach nein-es wird sofort akzeptiert. Claire sagt nein, sie hat jetzt keine lust - es wird nicht akzeptiert, sondern weiter auf sie eingeredet und dabei betont, wie toll nicht ihre reffing skills sind (versuch mit komplimenten zu überreden ist ein ding...) -

5.) nochmal nürnberg: nach dem finale gehen alle auf den court, ich setze mich auf den boden, ein typ stellt sich einen meter genau vor mich hin. ich mache ihn mehr oder weniger freundlich darauf aufmerksam, dass er sich eigentlich auch überall anders hinstellen könnt, worauf er sich umdreht und sein hosentürl aufmacht (oder andeutet) und einen kommentar loslässt, den ich aber nicht mehr wiedergeben kann, weil mich die geste so entsetzt hat.

to be continued...

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fausw
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Re: Sexismus

Post by fausw »

alles krasse Situationen, aber keine einzige in Wien bzw von Wienerinnen "verübt"

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Jonas
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Re: Sexismus

Post by Jonas »

ehh :(


aber gut so Beispiele zu wissen, auch für Wien. Bei manchem war mir nicht klar wie störend das ist.

Johanna
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Re: Sexismus

Post by Johanna »

fausw wrote:alles krasse Situationen, aber keine einzige in Wien bzw von Wienerinnen "verübt"
Oida, ich habs gewusst, dass das kommen wird. Der thread soll aber auch aufzeigen was generell für scheiß passiert und dokumentieren, falls etwas auffällt (am besten nicht nur von FLINT* personen)

Um awareness (Achtsamkeit und sensibilisierung) für das thema zu schaffen)

Situation 1 oft genug in wien erlebt.

Edit, wegen dem "oida": ich hab wirklich lang überlegt ob ich dazu schreib wo es passiert ist, ich hab extra nicht dazu geschrieben, wer es war. Je konkreter situationen beschrieben werden, desto mehr raum wird gelassen, dinge als bedauerliche einzelfälle abzutun. Eben, wie: das passiert ja nicht bei uns oder vielleicht auch 'ahja, der war das, das überrascht mich jetzt nicht'.

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fausw
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Re: Sexismus

Post by fausw »

Ich kann mit einem "oida" gut leben ;)

Ich hatte den Thread als Wien-spezifisch interpretiert, von daher meine Anmerkung.
Danke, für die Beispiele, die auf jeden Fall eine krasse Bandbreite beinhalten. War in keinem Fall meine Intention, die Situationen abzutun - Sorry!

Bei Situation 2 hab ich mir die Frage gestellt, warum er sich gleich ein "Schleich di" fängt?

Johanna
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Re: Sexismus

Post by Johanna »

Für mich stellt sich die frage, wieso müssen wir auf makkergehabe freundlich reagieren?

Es waren bereits personen dabei die speichen wegzubiegen (die betroffene + eine zweite). In der dramaturgie hätte der typ nicht reagiert, wären zwei andere typen mit den speichen beschäftigt gewesen.

jacky-knife
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Re: Sexismus

Post by jacky-knife »

ich zitiere dazu eine tolle person, die das zum glück schon mal niedergeschrieben hat:
eine sich ständig wiederholende erfahrung: ich benenne ein problem und werde selbst zum störfaktor, ein klassischer antifeministischer und sexistischer umgang mit situationen wie diesen. am ende bin immer ich es in meiner zugeschriebenen weiblichen* rolle, die die minimale (emotionale/empathische) sensibilisierende aufklärungsarbeit zu verrichten hat, letztendlich aber den negativen stempel der dogmatischen radikalität aufgedrückt bekomme.
und stelle mir die frage, was is eigentlich mit den typen die der person zugeschrieen haben, "jetzt hilf ihr doch *name*"?

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metriod
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Re: Sexismus

Post by metriod »

Muss sagen, ich hatte den Thread auch eher Wien spezifisch verstanden.


Mir würds nach wie vor helfen, Vorfälle in Wien konkret anzusprechen (Annicks Vorschlag), um:
mischa wrote: Sexismust ist auch bei uns am Court ein strukturelles Problem. Darüber sollte geredet werden.
gegbenfalls besser nachvollziehen zu können.

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fausw
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Re: Sexismus

Post by fausw »

jacky-knife wrote: und stelle mir die frage, was is eigentlich mit den typen die der person zugeschrieen haben, "jetzt hilf ihr doch *name*"?
das hab ich in dem Zusammenhang nicht mitbekommen - ganz deiner Meinung: unpassend!
Johanna wrote:Für mich stellt sich die frage, wieso müssen wir auf makkergehabe freundlich reagieren?
ohne dir Hypersensibilität zu unterstellen, aber "Makkergehabe" zeugt schon von einem gewissen Wahrnehmungsfilter, oder? ;)
Viele Männer bekommen positiv-neutrales Feedback für ihr Verhalten von manchen Frauen/Männern und überschreiten damit bei anderen eine Grenze.

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metriod
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Re: Sexismus

Post by metriod »

Gegenspieler wirft dramatisch sein rad weg und kommt auf die spielerin zugelaufen.
Das ist dann aber schon was anderes als die von dir beschrieben Situation, Felix. Nicht?

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fausw
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Re: Sexismus

Post by fausw »

metriod wrote:
Gegenspieler wirft dramatisch sein rad weg und kommt auf die spielerin zugelaufen.
Das ist dann aber schon was anderes als die von dir beschrieben Situation, Felix. Nicht?
die Situation ist ohne frage überheblich/ungut/abwertend - das habe ich nicht in Frage gestellt.
nur ist es, weil es zwischen einem Männer- und einem Frauen-Team passiert ist, sexistisch?

Ich glaube, die betroffenen Spieler in diesem Spiel wären auch mit einem männlichen Team, das ihnen unterlegen ist, so umgegangen.

Deswegen habe ich meine Nachfrage auf den potenziell sexistischen Punkt beschränkt.

jacky-knife
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Re: Sexismus

Post by jacky-knife »

metriod wrote:ohne dir Hypersensibilität zu unterstellen, aber "Makkergehabe" zeugt schon von einem gewissen Wahrnehmungsfilter, oder? ;)
Viele Männer bekommen positiv-neutrales Feedback für ihr Verhalten von manchen Frauen/Männern und überschreiten damit bei anderen eine Grenze

ohne DIR hypersensibilität zu unterstellen, aber "viele männer" zeugt schon von einem gewissen wahrnehmungsfilter, oder?
viele feminist*innen bekommen positives feedback für ihr verhalten von anderen.

wenn deine einzigen beiträge darin bestehen zu versuchen zu beweisen dass du meinst die deutungsmacht über sexistische strukturen/verhaltensweisen zu haben und uns jetzt versuchen willst die welt zu erklären ohne deine beschränkte sichtweise zu reflektieren, dann macht es für mich keinen sinn meine ansichten/gefühle/etc. zu erklären.

von solchem macker "diskussions"verhalten hab ich schon genug erlebt, das kostet zu viel energie und ich kann personen nicht ernst nehmen, die mich nicht ernst nehmen.
macker "diskussions"verhalten heißt für mich zB.: stereotype negativ konnotierte vergeschlechtlichte schlagworte wie hypersensibel zu verwenden, oder in frage zu stellen ob etwas wirklich sexistisch ist, was zuvor schon als strukturell sexistisch erklärt wurde.

um diesen forumsthread nicht noch weiter zu füttern, daher mein letzter beitrag.

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fausw
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Re: Sexismus

Post by fausw »

dann nicht!

ich habe mir ehrlich von Anfang an viel mühe gegeben, eine offene Sichtweise ein- und das Problem ernstzunehmen und hab viel Zeit investiert, mich an dieser Diskussion zu beteiligen.

Wenn kritisches Nachfragen zu konkreten Situationen nicht ok sind, dann lass ich das.

Dann nehme ich jede Diskussion zu dem Thema in Bezug auf unseren Sportverein nicht mehr ernst nehmen.

Mein Freundin wird sich freuen, dieses Thema nicht mehr mit mir besprechen zu müssen...