Sexismus

Willkommen PolospielerInnen!

Sexismus

Beitragvon mischa » Mo 25. Feb 2019, 12:27

Se|xịs|mus , der; -, …men [engl. sexism]:

1. <o. Pl.> Vorstellung, nach der eines der beiden Geschlechter dem anderen von Natur aus überlegen sei, u. die [daher für gerechtfertigt gehaltene] Diskriminierung, Unterdrückung, Zurücksetzung, Benachteiligung von Menschen, bes. der Frauen, aufgrund ihres Geschlechts.

___________________________________________________________________________________________

Hier soll Raum geschaffen werden sexistisches Verhalten/Vorfälle aufzuzeigen.

ein paar Beispiele für Dinge, die andauernd passieren:

. FLINT* - Personen stehen oft viel im Tor
. FLINT*- Personen kommunizieren (laut genug), wo sie sich befinden, es wird "überhört"/nicht gepasst
. eigene Teamspieler nehmen FLINT*-Personen den Ball weg/ab
. FLINT* - Personen gehen auf den Ball, es kommt ein Mitspieler und geht auch auf den Ball



Sexismust ist auch bei uns am Court ein strukturelles Problem. Darüber sollte geredet werden.
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Re: Sexismus

Beitragvon Astrid » Mo 25. Feb 2019, 14:58

WORD!

Finde auch, dass das auf jeden Fall ein Thema ist worüber man immer wieder reflektieren sollte, oder diesen Post als Anregung dazu sehen.

Sich zum Beispiel die Fragen stellen:

Stimmt das, dass ich bei gewissen Personen weniger auf Calls reagiere, wenn ja warum?
Wie sehr lege ich Wert auf Teamplay?
Verzichte ich öfter auf Pässe weil ich es "alleine schaffen" will?
Wie ist eigentlich mein Positioning und nehme ich dabei Rücksicht auf meine MitspielerInnen?
Traue ich (vl unbewusst) FLINT* Personen weniger zu und wirkt sich das auf mein Spielverhalten aus?
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Re: Sexismus

Beitragvon Panik » Mo 25. Feb 2019, 15:50

Schliesse mich an!
Ich finde es – obwohl die ständige Wiederholung nervig ist– wichtig Sexismus immer wieder zu thematisieren, um solche Neandertalerdenkweisen auszurotten :twisted:

...andererseits finde ich es auch wichtig den Leuten persönlich und zeitnah zu sagen, wenn man sich an ihrer Spielweise stört. Erstens kann man dabei Dampf ablassen und zweitens ist es für die meisten Leute (meiner Erfahrung nach) einfacher etwas Situations- und Personenbezogen nachzuvollziehen und zu verändern.
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Re: Sexismus

Beitragvon mischa » Mo 25. Feb 2019, 15:59

Panik hat geschrieben:...andererseits finde ich es auch wichtig den Leuten persönlich und zeitnah zu sagen, wenn man sich an ihrer Spielweise stört. Erstens kann man dabei Dampf ablassen und zweitens ist es für die meisten Leute (meiner Erfahrung nach) einfacher etwas Situations- und Personenbezogen nachzuvollziehen und zu verändern.


Bin ich auch voll bei dir! Ich erwarte mir aber auch von den Cis-Typen am Court Scheißverhalten anzusprechen. Es sollte nicht immer die Aufgabe von FLINT* - Personen sein.
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Re: Sexismus

Beitragvon Jonas » Mo 25. Feb 2019, 16:27

Die Aufmerksamkeit von diesen Personen ist halt geschulter bzw. sie sind ja auch öfter selbst betroffen. Ich kann kritisch reflektieren was ich tue und versuchen strukturelle Probleme zu erkennen, aber oft erkenne ich diese Situationen wahrscheinlich später als jemand von euch. (d.h. wahrscheinlich dass es unter anderem notwendig ist meinen Blick zu schulen...)

z.b. sind mir manche Dinge von den oben genannten auch schon teils aufgefallen (auch bei mir selbst), andere nicht. Voll gut, dass nochmal darauf hingewiesen wird.
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Re: Sexismus

Beitragvon metriod » Mo 25. Feb 2019, 16:44

Schwieriges aber interessantes Thema.
Ich fänds super, dass Mal im Rahmen eines Plenums zu besprechen, weil ich so viele Fragen habe, die vielleicht, falls ich sie hier stelle, falsch rüberkommen.
Annicks Einwand sowas konkret im Zusammenhang mit einer spezifischen Situation anzsprechen find ich sehr gut um eher ein Bewusstsein zu schaffen oder um gegebenfalls Missverständnisse aufzuklären.

Falls jemand der Meinung ist, dass irgendwas in dieser Hinsicht auf mich zutrifft, würde ich ersuchen mir das zu schreiben, damit ich drüber Reflektieren/Nachdenken kann.

Passend zum Thema:
http://321polo.net/2016/02/feminist-on- ... le-sexism/
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Re: Sexismus

Beitragvon Johanna » Mo 25. Feb 2019, 18:43

Ich bin auch ganz bei dir. Ständig alles sagen müssen ist echt mühsam.
Aus meiner Erfahrung heraus hilft ansprechen direkt nacher auch wirklich gut-oftmals ist es ein übersichtsproblem (vor allem auf den ball gehen) und wird oft gut verstanden. Es wird ja grundsätzlich sehr wenig stategisches spiel/stellungsspiel mitgegeben (jetzt schon bedeutend mehr als früher und gilt nicht für alle).

Die situationen, wo es aber um fehlendes vertrauen und die tor situationen geht sind manchmal zum wahnsinnig werden und frustrierend. Ich kann mich auch an situationen erinnern, wo ich am liebsten vom court gegangen wäre.

Eine auseinandersetzung mit astrids fragen:
Stimmt das, dass ich bei gewissen Personen weniger auf Calls reagiere, wenn ja warum?
Wie sehr lege ich Wert auf Teamplay?
Verzichte ich öfter auf Pässe weil ich es "alleine schaffen" will?
Wie ist eigentlich mein Positioning und nehme ich dabei Rücksicht auf meine MitspielerInnen?
Traue ich (vl unbewusst) FLINT* Personen weniger zu und wirkt sich das auf mein Spielverhalten aus?

Ist auf jeden fall mal gut!

Mal bei einem plenum besprechen find ich eine super idee und @mateen, fragen sind auch immer gut.

Edit: versehentlicher quote & wortwiederholungen
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Re: Sexismus

Beitragvon däinscha » Mo 25. Feb 2019, 20:48

ja fänds auch gut, sich bei einem treffen darüber intensiver auszutauschen. übers internet find ichs so schwierig manchmal zu deuten/interpretieren/wie auch immer, ihr versteht was ich meine.
ich wär auf jeden fall dafür und würds auch mal unabhängig von anderen polo themen (also reguläres plenum) besprechen, dann is vl weniger stress und mehr zeit.

ich versuch mein verhalten/mich zu reflektieren, mache leider sicher auch dinge, die nicht gut sind. finds jedenfalls selber scheiße und versuche dinge besser zu machen. hab noch mehr geschrieben aber übers internet ist mir das dann eigentlich doch zu persönlich. deshalb bin ich auf jeden fall für austausch im real life..
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Re: Sexismus

Beitragvon Jonas » Mo 25. Feb 2019, 20:53

Wär auch gerne bei einem Plenum dabei.
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Re: Sexismus

Beitragvon nAnna » Di 26. Feb 2019, 10:28

däinscha hat geschrieben:ja fänds auch gut, sich bei einem treffen darüber intensiver auszutauschen. übers internet find ichs so schwierig manchmal zu deuten/interpretieren/wie auch immer, ihr versteht was ich meine.
ich wär auf jeden fall dafür und würds auch mal unabhängig von anderen polo themen (also reguläres plenum) besprechen, dann is vl weniger stress und mehr zeit.

ich versuch mein verhalten/mich zu reflektieren, mache leider sicher auch dinge, die nicht gut sind. finds jedenfalls selber scheiße und versuche dinge besser zu machen. hab noch mehr geschrieben aber übers internet ist mir das dann eigentlich doch zu persönlich. deshalb bin ich auf jeden fall für austausch im real life..


Ich schließe mich Mischa vollkommen an. Un ja, per Internet ist es mühsam, so ein Thema zu diskutieren; daher bin ich auch für ein extra Treffen oder dass es halt beim nächsten Plenum thematisiert wird!
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Re: Sexismus

Beitragvon jacky-knife » Di 26. Feb 2019, 12:14

ich geb auch meinen senf dazu ab:

1. lad ich mal alle ein zu nem workshop zu kritische männlichkeit nächsten donnerstag:
https://www.facebook.com/events/256032255297595/

2. ich find dass diejenigen cis-typen die hier geantwortet haben eh am wenigsten betrifft und hab auch die befürchtung wenn es nur auf ein plenum quasi "verschoben" wird, es auch so sein wird - nämlich dass dann nur personen kommen die sich vielleicht eh schon damit auseinandersetzen. finde aber trotzdem dass das gut und wichtig ist und bin voll dafür sowas mal anzusetzen, am besten mit moderation (eventuell von außen) und gut durchstrukturiert.

3. ich find es aber trotzdem auch wichtig, dinge am court direkt anzusprechen bzw. den blick praktisch zu schulen. dabei muss es aber auch wichtig sein, gewisses back up zu haben und sachen ernst zu nehmen die gesagt/angesprochen werden.
ich glaube zwar auch, dass teamplay in wien sowieso noch recht unterentwickelt ist und dass ein vermehrtes darauf achten oder auch aufmerksam machen auf positionen (hätte dich da oder da gebraucht, etc.) dabei auch mehr helfen könnte, aber zum teil sind das auch unterschiedliche probleme.

es is klar dass solche sachen meistens nur flint*personen auffallen und ich bin mir auch sicher dass struktureller sexismus zum großteil auf unbewussten handlungen beruht. unsere sozialisation ist sich trotz generationenunterschied vermutlich ähnlicher als manche denken - aber das ausbrechen beruht nämlich nicht nur auf gesellschaftlichen veränderungen, sondern kommt in erster linie aus einer persönlichen auseinandersetzung damit. diese auseinandersetzung ist halt zwangsläufig bei flint*personen eher und früher da, das heißt mir fallen zum beispiel schneller und eher dinge auf.

das heißt auch mir fallen dinge auf wenn ich selbst nicht betroffen bin. ich glaube das ist der springende punkt, einen blick zu entwickeln der über die persönliche handlungs- und erfahrungsebene hinausgeht - weil sexismus ja auch darüber hinausgeht und in einer strukturellen ebene verankert ist.
was ich ebenso notwendig finde, ist solidarität mit den personen die dinge ansprechen! also ernst nehmen und zuhören und supporten bzw. nicht persönlich angegriffen fühlen, sondern eben wirklich mal - um ein konkretes beispiel zu nehmen - auf das eigene spiel achten:

ergänzend noch zu astrids fragen:
wie verändert sich mein polo wenn ich mit unterschiedlichen personen spiele und warum ist das so?

um nochmal kurz auf die sozialisation zurück zu kommen:
es ist einfach so, dass geschlechterunterschiede schon ganz jung gemacht werden (geschlechtertrennung im turnunterricht, etc.) und weiblich sozialisierte menschen schneller und eher verunsichert sind, vor allem wenn es um sport oder sportliche leistung geht (da geht es zB. um so dinge wie: trau ich mir das zu, schau ich jetzt blöd aus, was denken die anderen wenn ich das verkack, die andren sind viel besser, ich werd nie so gut, etc.).
ich will damit auf keinen fall sagen dass flint* personen immer ein extra lob brauchen, einfach mal mehr vertrauen und zutrauen macht da viel mehr aus - und lernen kann 1 auch viel mehr davon.
und whatever, wenn es 10x nicht klappt, beim 11. mal klappts vielleicht. unabhängig vom geschlecht!

sorry for long posting. :mrgreen:
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Re: Sexismus

Beitragvon Steppe » Mi 27. Feb 2019, 15:28

ich find es ebenfalls super, dass mischa die diskussion angestoßen hat und die bisherigen beiträge ebenfalls. auch wenn er lang war, fand ich jackys beitrag wichtig. gegen die maschine gen- und kulturevolution hilft nur sich selber der maschine bewußt werden und aktiv das eigene verhalten zu hinterfragen und - dort wo es nötig ist - zu ändern.

ich mach' sicherlich manchmal sachen, die mir bei anderen menschen ungut auffallen würden, die schlichtweg falsch sind und für die ich mich nicht mögen würde.
mich darauf hinzuweisen ist nicht nur ok, ich würde es mir sogar wünschen!

absolut für extra plenum, via netz/text lassen sich missverständnisse schwerer klären.

kleine eigenwerbung: aktuelle kolumne "bike.polo.stadt" in der malmoe heißt "laute(r) alte männer". thema könnt ihr euch denken, erscheint irgendwann im märz.
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Re: Sexismus

Beitragvon fausw » Mi 6. Mär 2019, 16:50

ich stimme zu, ein wichtiges Thema.

Lediglich zu bedenken geben möchte ich, dass Veränderung Zeit braucht und in den seltensten Fällen von heute auf morgen eintritt - also ja, bitte reden und diskutieren wir das, aber auch immer mit Verständnis für die sozio-kulturelle Tretmühle in der wir stecken.

ich wurde übrigens bei dem FB-Event, das Shaki verlinkt hat, als Troll bezeichnet - das ist mir sehr zu Herzen gegangen...
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Re: Sexismus

Beitragvon fausw » Fr 8. Mär 2019, 10:41

Noch ein kleiner Nachtrag:

Ich kenne den Begriff FLINT nicht und Google auch nicht - mag daran liegen, dass Keith Flint gerade gestorben ist...

https://www.google.com/amp/s/m.faz.net/ ... 6.amp.html

Fand den Artikel sehr passend, weil einfach und unkompliziert. Da kann dann vielleicht das ein oder andere Geschehen als Newbie-Advanced-Vorfall und nicht so sehr sexistisch eingestuft werden.
Denn ja, ich spiele anders gehen Newbies und körperlich unterlegende SpielerInnen.
Da Frauen oftmals allein schon 20 kg weniger wiegen als ich, fahre ich diese natürlich anders an als männliche resp körperlich ähnlich situierte Menschen. Je höher das Skill-Level, desto weniger Rücksicht nehme ich darauf.

Und nochmals ja, bei MitspielerInnen, bei denen ich davon ausgehe, dass Sie den Ball leichter verlieren, bleibe ich eher in der Nähe als bei anderen.

Ich stimme zu, dass es sicher einzelne Vorfälle gibt, die als sexistisch einzustufen sind, aber sind wir mal ehrlich, innerhalb von BPV ist das ein Jammern auf sehr hohem Niveau. Verbringt mal einen Tag bei mir im Büro, dann erscheinen unsere "Probleme" im Verein fast lächerlich.

Und noch etwas, dann ist Schluss versprochen:
Bitte lasst uns bei der Debatte nicht vergessen, in welchem Umfeld wir uns begegnen. Es ist ein sportlich, kompetitives, in dem es darum geht, technische und körperliche Überlegenheit zu nutzen um mehr Tore zu erzielen als das andere Team.
Man kann die Leistungsgesellschaft verteufeln, aber am Sportplatz ist der Zweifel an dieser doch eher fraglich.
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Re: Sexismus

Beitragvon dominik » Sa 9. Mär 2019, 13:50

FLINT* - Frauen*, Lesben, Inter, Non-Binary, Trans (Sternchen zur Markierung der sozialen Konstruktion von Geschlecht)

Niemand bezeichnet (gegenseitige) Rücksichtnahme auf unterlegene Spieler_innen, ob nun physisch oder technisch, als Sexismus. Soll ja niemand über den Haufen gefahren werden. Die Frage ist ob FLINT* Personen unabhängig davon weniger zugetraut und ihnen gewisse Rollen zugewiesen wird. Das mit einem schnellen „Nein“ zu beantworten wird der Frage nicht gerecht und verschiebt ein strukturelles Problem auf die vermeintlich individuelle Ebene. Ohne sich mit der eigene Position und Gewordenheit als Mann vernünftig auseinander gesetzt zu haben und kontinuierlich auseinanderzusetzen entbehrt in gewissem Maße echt auch Kommentare zu Sexismus, führt es doch dauernd nur zu Apologismus. Was es dann auch zur Sache tut, dass es wo anders viel schlimmer zugeht als beim Bike Polo entgeht mir ein wenig. Das mag sicher stimmen, trotzdem relativiert es das hier angesprochene - stellt es eben wie du sagst als „lächerlich“ dar und aus Problemen werden plötzlich „Probleme“..

Finde eine Diskussion darüber jedenfalls sehr begrüßenswert. :)
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